1)
Piedra del Peñol
Eine Woche später machte ich einen Tagesausflug mit Leah und
einer Peruanerin, die wir am Freitag auf einer Party kennenlernten, da sie im
Moment ein Auslandssemester an einer der zahlreichen Unis in Medellín macht.
Wir machten uns am Sonntag auf den Weg zu der von Medellín 2h entfernten „Piedra del Peñol”, ein 200m hoher Granitmonolith, der von mehreren Stauseen umgeben ist und den man über 700 Stufen in einem breiten Spalt seitlich am Felsen besteigen kann.
Wir machten uns am Sonntag auf den Weg zu der von Medellín 2h entfernten „Piedra del Peñol”, ein 200m hoher Granitmonolith, der von mehreren Stauseen umgeben ist und den man über 700 Stufen in einem breiten Spalt seitlich am Felsen besteigen kann.
Den Weg, von der Stelle, an der uns der Bus raus ließ, bis zum Fuß des Felsen, legten wir auf Pferden zurück. Bei
diesem ungefähr zehnminütigen Ritt lernten wir einen Kolumbianer kennen, der in
Medellín wohnt und studiert und uns den Rest des Tages begleitete.


Nach dem
Aufstieg – durch den atemberaubenden Ausblick lohnt sich der doch ziemlich
anstregenden Aufstieg! – fuhren wir mit einem Mototaxi nach Guatapé, einem Dorf
in der Nähe des “Peñols”. Dort aßen wir Mittag, schauten uns die bunten Straßen
an, fuhren mit einer Seilbahn über den See und liehen und seine Stunde ein
Motorboot aus mit dem wir auf den See raus fuhren. Gegen 16Uhr machten wir uns
nach einem her erlebnisreichen, aber auch anstregenden Tag wieder auf den
Heimweg.
2)
San Gil
Dieser Ausflug war eher spontan. Leah und ich wussten zwar,
dass wir übers Wochenende zum ersten Mal alleine wegfahren wollten, doch
wir konnten uns nicht entscheiden wohin. Als ich am Mittwoch dann nach der
Arbeit direkt ins Fitnessstudio (da es sehr nah am Colegio ist) ging und noch
40 Minuten auf Luisa und den Trainer warten musste, redete ich mit der
Empfangsfrau über unsere Pläne wegzufahren. Sie war sofort total interessiert
und schaute im Internet nach, wie weit es von Medellín entfernt liegt, ob es
Busse gibt, die direkt dorthin fahren (als sie es im Internet nicht fand, rief
sie einfach beim Busbahnhof an und fragte nach) und was man dort alles machen
kann. Das ist ein perfektes Beispiel dafür, wie ich die Leute mit ihrer
Offenheit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft hier bisher kennenlernen
durfte.
Da es auch noch eine sogenannte „Puente“ (verlängertes Wochenende, wörtl.
Übersetzt: Brücke) war, hatten wir am Montag frei, deswegen lohnte
sich der weite Weg nach San Gil.
Obwohl San Gil nur 500km von Medellín entfernt liegt, fuhren wir Freitagabend um 20.30Uhr mit dem Nachtbus los und kamen erst Samstagmorgen gegen 6Uhr in Bucaramanga an. Von 7 bis ungefähr 9.30Uhr brauchten wir dann noch bis San Gil.
Obwohl San Gil nur 500km von Medellín entfernt liegt, fuhren wir Freitagabend um 20.30Uhr mit dem Nachtbus los und kamen erst Samstagmorgen gegen 6Uhr in Bucaramanga an. Von 7 bis ungefähr 9.30Uhr brauchten wir dann noch bis San Gil.
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| Busbahnhof San Gil; auch wenn die Auswahl groß zu sein scheint, ist es meistens schwer, etwas Leckeres zu finden |
Da, wie gesagt, alles ziemlich spontan war,
waren wir sehr wenig informiert und stellten erst bei unserer Ankunft fest,
dass der Busbahnhof außerhalb des Stadtzentrums liegt. Als wir also an der
Straße auf ein Taxi warteten, dass uns ins Zentrum bringen sollte, um dort nach
einer Unterkunft zu suchen, kam ein „Bus“ (eher ein Transporter) vorbei, der
ins Zentrum fuhr und uns mitnahm.
Wir blieben gleich im ersten Hostel, das wir
uns anschauten, nahmen dort ein Zimmer für 3 Personen und bekamen am nächsten
Morgen um 6Uhr einen kolumbianischen Mitbewohner, der von der Küste kommt.
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| Bereich vor unserem Zimmer im Hostel |
Nachdem wir unser Gepäck abgelegt hatten und uns umgezogen
hatten (auch in San Gil ist es viel wärmer als in Medellín während der
Regenzeit), machten wir uns zunächst auf den Weg in den „Parque El Gallineral“.
Ein 4 ha großer städtischer Wald, der (wie die ganze Stadt) am Río Fonce liegt und in dem sich einige Bäche und vor allem sehr viele Bäume mit langen silbrigen Strähnen eines Mooses namens „barabas de viejo“ (Bart des alten Mannes) befinden. Wir fanden den Park schön, aber nicht so beeindruckend, dass wir länger als eine Stunde dort verbringen wollten, deswegen machten wir am Samstagnachmittag noch einen Ausflug zu der „Cueva de la Vaca“ (Höhle der Kuh).
In unserem Hostel fragten wir, wie wir dorthin kommen können und machten uns
danach auf die Suche nach dem „Terminalito“, wo die Busse in die Umgebung von
San Gil starten. Als wir schon fast davor standen und noch einen Mann auf der
Straße fragten, wo sich dieser befinde, verstanden wir, warum die
Verniedlichung von Busbahnhof für diesen Ort verwendet wurde. Es war eher wie
ein staubiger Parkplatz, an dem die Busse sich befinden, wenn sie nicht in
Betrieb sind. Es gab auch keine Ticketschalter, sondern man bezahlte einfach,
wenn man aus dem Bus wieder ausstieg.
| "Terminalito" |
Wir dachten uns zwar, dass die Höhlentour etwas anders sein
würde als sie in Europa angeboten wurden, schon alleine weil wir unseren Bikini
unter der Kleidung tragen sollten, doch die Realität entsprach dann trotzdem
nicht ganz unseren Vorstellungen.
Der Bus ließ uns in einer Straßenbiegung raus, in der eine Hütte stand, wo schon ein Ehepaar aus Bogota wartete. Wir mussten eine Erklärung ausfüllen, dass wir keine Krankheiten, Platzangst, etc. haben, verschlossen unsere Rücksäcke in Schließfächer und nachdem wir noch ungefähr eine Viertelstunde gewartet haben, ob noch mehr Teilnehmer kommen, machten wir uns zu viert mit einem „Guía“ (Guide) auf einen etwa zehnminütigen Marsch zur Höhle auf.
Kurz vor der Höhle bekam jeder einen Helm und eine Stirnlampe, mit denen wir dann über eine Leiter in ein Loch im Boden stiegen.
Wir waren ungefähr eine Stunde unter der Erde und da es eine „cueva“ und keine „caverna“ ist (den Unterschied lernten wir auf einer Tour ein paar Wochen später…), gibt es dort nur einen Eingang und keinen Ausgang, deswegen „gingen“ wir etwa einen Kilometer in die Höhle rein und kamen den gleichen Weg wieder zurück. Allerding „gingen“ wir ziemlich wenig. Wir waren eigentlich fast immer im Wasser, die meiste Zeit bis zur Hüfte. Oft war es so eng, dass wir durch das Wasser kriechen mussten oder uns liegend, mit den Händen am Boden durch das Wasser fortbewegten. Danach verstanden wir auch, warum uns vor der Tour geraten wurde, dunkle Kleidung anzuziehen, worüber wir uns davor noch wunderten…
An einer Stelle war das Wasser so nah an der Decke, dass wir uns für ein kurzes Stück unter Wasser an einem Seil entlanghangeln mussten.
Dass die Anweisungen des Guides aus Spanisch waren und die Stirnlampe nicht besonders hell leuchtete, machte die Situation nicht leichter, doch es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung!
Der Bus ließ uns in einer Straßenbiegung raus, in der eine Hütte stand, wo schon ein Ehepaar aus Bogota wartete. Wir mussten eine Erklärung ausfüllen, dass wir keine Krankheiten, Platzangst, etc. haben, verschlossen unsere Rücksäcke in Schließfächer und nachdem wir noch ungefähr eine Viertelstunde gewartet haben, ob noch mehr Teilnehmer kommen, machten wir uns zu viert mit einem „Guía“ (Guide) auf einen etwa zehnminütigen Marsch zur Höhle auf.
Kurz vor der Höhle bekam jeder einen Helm und eine Stirnlampe, mit denen wir dann über eine Leiter in ein Loch im Boden stiegen.
Wir waren ungefähr eine Stunde unter der Erde und da es eine „cueva“ und keine „caverna“ ist (den Unterschied lernten wir auf einer Tour ein paar Wochen später…), gibt es dort nur einen Eingang und keinen Ausgang, deswegen „gingen“ wir etwa einen Kilometer in die Höhle rein und kamen den gleichen Weg wieder zurück. Allerding „gingen“ wir ziemlich wenig. Wir waren eigentlich fast immer im Wasser, die meiste Zeit bis zur Hüfte. Oft war es so eng, dass wir durch das Wasser kriechen mussten oder uns liegend, mit den Händen am Boden durch das Wasser fortbewegten. Danach verstanden wir auch, warum uns vor der Tour geraten wurde, dunkle Kleidung anzuziehen, worüber wir uns davor noch wunderten…
An einer Stelle war das Wasser so nah an der Decke, dass wir uns für ein kurzes Stück unter Wasser an einem Seil entlanghangeln mussten.
Dass die Anweisungen des Guides aus Spanisch waren und die Stirnlampe nicht besonders hell leuchtete, machte die Situation nicht leichter, doch es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung!
Als wir zurück zur Hütte kamen, konnten wir dort duschen und
einen heißen Kaffee zum Aufwärmen trinken, da es am Ende doch ziemlich kalt
wurde in der Höhle.Danach setzten wir uns auf eine Bank und warteten auf einen
Bus, doch nach ungefähr zehn Minuten kam das Ehepaar aus Bogotá vorbei und nahm
uns mit bis nach San Gil.
Ich hatte leider vergessen Flipflops mitzunehmen, deswegen musste ich nach der Dusche wieder in meine nassen kalten Schuhe und weil wir zum Mittagessen nur Obst vom Markt gekauft hatten und dieses im Park gegessen hatten, hatten wir nun abends um 19Uhr ziemlich Hunger, deswegen ging ich mit meinen nassen Schuhen danach auch noch in ein Restaurant zum Essen. Umso mehr konnte ich mich über die warme Dusche im Hostel freuen! ;)
Ich hatte leider vergessen Flipflops mitzunehmen, deswegen musste ich nach der Dusche wieder in meine nassen kalten Schuhe und weil wir zum Mittagessen nur Obst vom Markt gekauft hatten und dieses im Park gegessen hatten, hatten wir nun abends um 19Uhr ziemlich Hunger, deswegen ging ich mit meinen nassen Schuhen danach auch noch in ein Restaurant zum Essen. Umso mehr konnte ich mich über die warme Dusche im Hostel freuen! ;)
| Markthalle von San Gil |
Abends gingen wir dann nochmal ins Zentrum, kauften uns was zum Trinken, setzten uns in Park, unterhielten uns und beobachteten die Menschen, denn es war Halloween und im Park wimmelte es nur so von verkleideten Menschen!
Den nächsten Tag verbrachten wir an einem Wasserfall, zu dem
wir auch mit dem Bus fuhren und danach noch ungefähr 20min laufen mussten.
Wir
aßen wieder Obst dort und wanderten dann nochmal ungefähr 20min weiter den Berg
rauf, um uns danach in dem Wasserfall abseilen zu können. Auch das war ein
tolles Erlebnis, auch wenn ich ziemlich Angst hatte als ich oben war, da es von
unten ganz leicht aussah, aber von oben doch ziemlich hoch war. Außerdem war
das Seil, an dem wir uns abseilten nur einmal um den Metallhaken gewickelt, der
an unserem Gurt befestigt war und beim Abstieg, war es manchmal schon ziemlich
wackelig, während das Wasser von oben auf die Oberschenkel prasselte.
Als ich unten ankam war ich glücklich, wenn auch noch etwas wackelig auf den Beinen. Aber es war ein unglaublich einzigartiges Erlebnis, das man wahrscheinlich so schnell nicht nochmal macht!!
Als ich unten ankam war ich glücklich, wenn auch noch etwas wackelig auf den Beinen. Aber es war ein unglaublich einzigartiges Erlebnis, das man wahrscheinlich so schnell nicht nochmal macht!!
Am Montag, unserem letzten Tag in San Gil fuhren wir in die
20km entfernte spanische Kolonialstadt Barichara. Der Name kommt vom Guane-Wort
barachalá, das „Ort der Erholung“
bedeutet und genau so erschien uns das Städtchen auch. Ein bisschen verschlafen
mit seinem lässigen Lebensstil, aber genau richtig nach den zwei Tagen
Abenteuer und dem unglaublich vielen Verkehr und Menschen (sehr viele
Touristen) in San Gil.
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| Restaurant, in dem wir zu Mittag aßen |
Danach ging es im Bus zurück zum Hostel in San Gil, um
unser Gepäck zu holen und danach den nächsten Bus nach Bucaramanga zu nehmen. Montagabend
um 20Uhr nahmen wir dann den Bus zurück nach Medellín sodass wir Dienstagmorgen
gegen 5Uhr in Medellín ankamen, mit Metro und Bus zu mir nach Hause fuhren und
uns gegen 7.20Uhr mit meinem Gastvater und meinen Gastbrüdern auf den Weg zur
Arbeit machten.
Das war unser erster sehr gelungener Wochenendausflug!!
3)
Rio Claro
Auch wenn der Familienausflug doch ein anderes Ziel hatte
als den Rio Claro, war ich inzwischen trotzdem dort. Vor zwei Wochen gab es mal
wieder eine puente und Leah und ich
nutzen diese Gelegenheit, um die Stadt mal wieder zu verlassen.
Die Party, auf der wir die peruanische Austauschstudentin kennengelernt haben, war von mehreren Austauschstudenten und dort lernten wir auch ein paar Mexikaner kennen, die zufällig an dem gleichen Wochenende am Rio Claro waren. Deswegen verbachten wir fast das ganze Wochenende mit ihnen.
Die Party, auf der wir die peruanische Austauschstudentin kennengelernt haben, war von mehreren Austauschstudenten und dort lernten wir auch ein paar Mexikaner kennen, die zufällig an dem gleichen Wochenende am Rio Claro waren. Deswegen verbachten wir fast das ganze Wochenende mit ihnen.
Am Samstag mieteten
wir uns Schwimmreifen, mit denen wir uns flussabwärts treiben ließen und danach
machten wir eine Tour in eine caverna.
Zunächst wollten wir eigentlich nicht nochmal in eine Höhle, da wir das ein
paar Wochen vorher schon gemacht hatten, aber da die Gruppe von 9 Mexikanern,
einem Spanier und einem Deutschen die Tour machte, gingen wir doch mit und es
stellte sich raus, dass es ein ganz anderes Erlebnis war. Zunächst musste die
ganze Gruppe (ungefähr 20 Personen) den Fluss an einem Seil durchqueren und danach
mussten wir ungefähr 1,5h einen Berg überqueren. Die Wanderung war durch die
Vegetation und die hohe Luftfeuchtigkeit ungefähr wie eine Dschungeltour. Da
nur jeder zweite eine Lampe hatte und ich keine davon war, lief ich die meiste
Zeit in Dunkelheit und auch wenn wir meistens nur mit den Füßen im Wasser
waren, war eine Höhlentour im Dunkeln auch sehr spannend. Als wir nach ungefähr
einer Stunde den Ausgang erreicht hatten, war es draußen schon stockdunkel,
obwohl es erst 18.30Uhr war, aber in dem Naturreservat gibt natürlich nur wenig
Licht und da es hier schon gegen 18Uhr dunkel wird, mussten wir eben im Dunkeln
den eiskalten Fluss durchqueren. Leider gab es dort, anders als in San Gil,
kein warmes Wasser beim Duschen und so mussten wir frierend ins Bett.
Den nächsten Tag verbrachten wir (für mich zum zweiten Mal) in der „Hacienda Nápoles“. Nachdem wir ungefähr 2h auf die Mexikaner gewartet haben (sie sind ungefähr genauso pünktlich wie die Kolumbianer), fuhren wir in einer chiva (einem traditionellen Bus, meistens mit bunt bemaltem hölzernem Aufbau) los, um die Tiere anzuschauen. Danach gingen wir ebenfalls in die Gedenkausstellung und schlossen unseren Besuch in einem Wasserpark ab.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus zurück nach
Medellín und Dienstag ging die Arbeit im Colegio wieder los.





















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