Montag, 30. November 2015

Noch mehr Ausflüge…


1)      Piedra del Peñol

Eine Woche später machte ich einen Tagesausflug mit Leah und einer Peruanerin, die wir am Freitag auf einer Party kennenlernten, da sie im Moment ein Auslandssemester an einer der zahlreichen Unis in Medellín macht.
Wir machten uns am Sonntag auf den Weg zu der von Medellín 2h entfernten „Piedra del Peñol”, ein 200m hoher Granitmonolith, der von mehreren Stauseen umgeben ist und den man über 700 Stufen in einem breiten Spalt seitlich am Felsen besteigen kann.
Den Weg, von der Stelle, an der uns der Bus raus ließ, bis zum Fuß des Felsen, legten wir auf Pferden zurück. Bei diesem ungefähr zehnminütigen Ritt lernten wir einen Kolumbianer kennen, der in Medellín wohnt und studiert und uns den Rest des Tages begleitete.

 





 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nach dem Aufstieg – durch den atemberaubenden Ausblick lohnt sich der doch ziemlich anstregenden Aufstieg! – fuhren wir mit einem Mototaxi nach Guatapé, einem Dorf in der Nähe des “Peñols”. Dort aßen wir Mittag, schauten uns die bunten Straßen an, fuhren mit einer Seilbahn über den See und liehen und seine Stunde ein Motorboot aus mit dem wir auf den See raus fuhren. Gegen 16Uhr machten wir uns nach einem her erlebnisreichen, aber auch anstregenden Tag wieder auf den Heimweg.


 

 

2)      San Gil

Dieser Ausflug war eher spontan. Leah und ich wussten zwar, dass wir übers Wochenende zum ersten Mal alleine wegfahren wollten, doch wir konnten uns nicht entscheiden wohin. Als ich am Mittwoch dann nach der Arbeit direkt ins Fitnessstudio (da es sehr nah am Colegio ist) ging und noch 40 Minuten auf Luisa und den Trainer warten musste, redete ich mit der Empfangsfrau über unsere Pläne wegzufahren. Sie war sofort total interessiert und schaute im Internet nach, wie weit es von Medellín entfernt liegt, ob es Busse gibt, die direkt dorthin fahren (als sie es im Internet nicht fand, rief sie einfach beim Busbahnhof an und fragte nach) und was man dort alles machen kann. Das ist ein perfektes Beispiel dafür, wie ich die Leute mit ihrer Offenheit, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft hier bisher kennenlernen durfte.
Da es auch noch eine sogenannte „Puente“ (verlängertes Wochenende, wörtl. Übersetzt: Brücke) war, hatten wir am Montag frei, deswegen lohnte sich der weite Weg nach San Gil.
Obwohl San Gil nur 500km von Medellín entfernt liegt, fuhren wir Freitagabend um 20.30Uhr mit dem Nachtbus los und kamen erst Samstagmorgen gegen 6Uhr in Bucaramanga an. Von 7 bis ungefähr 9.30Uhr brauchten wir dann noch bis San Gil.
Busbahnhof San Gil; auch wenn die Auswahl groß zu sein scheint, ist es meistens schwer, etwas Leckeres zu finden
 
Da, wie gesagt, alles ziemlich spontan war, waren wir sehr wenig informiert und stellten erst bei unserer Ankunft fest, dass der Busbahnhof außerhalb des Stadtzentrums liegt. Als wir also an der Straße auf ein Taxi warteten, dass uns ins Zentrum bringen sollte, um dort nach einer Unterkunft zu suchen, kam ein „Bus“ (eher ein Transporter) vorbei, der ins Zentrum fuhr und uns mitnahm.

 
Wir blieben gleich im ersten Hostel, das wir uns anschauten, nahmen dort ein Zimmer für 3 Personen und bekamen am nächsten Morgen um 6Uhr einen kolumbianischen Mitbewohner, der von der Küste kommt.
Bereich vor unserem Zimmer im Hostel
 

Nachdem wir unser Gepäck abgelegt hatten und uns umgezogen hatten (auch in San Gil ist es viel wärmer als in Medellín während der Regenzeit), machten wir uns zunächst auf den Weg in den „Parque El Gallineral“.


 


Ein 4 ha großer städtischer Wald, der (wie die ganze Stadt) am Río Fonce liegt und in dem sich einige Bäche und vor allem sehr viele Bäume mit langen silbrigen Strähnen eines Mooses namens „barabas de viejo“ (Bart des alten Mannes) befinden. Wir fanden den Park schön, aber nicht so beeindruckend, dass wir länger als eine Stunde dort verbringen wollten, deswegen machten wir am Samstagnachmittag noch einen Ausflug zu der „Cueva de la Vaca“ (Höhle der Kuh).
In unserem Hostel fragten wir, wie wir dorthin kommen können und machten uns danach auf die Suche nach dem „Terminalito“, wo die Busse in die Umgebung von San Gil starten. Als wir schon fast davor standen und noch einen Mann auf der Straße fragten, wo sich dieser befinde, verstanden wir, warum die Verniedlichung von Busbahnhof für diesen Ort verwendet wurde. Es war eher wie ein staubiger Parkplatz, an dem die Busse sich befinden, wenn sie nicht in Betrieb sind. Es gab auch keine Ticketschalter, sondern man bezahlte einfach, wenn man aus dem Bus wieder ausstieg.
"Terminalito"
 
Wir dachten uns zwar, dass die Höhlentour etwas anders sein würde als sie in Europa angeboten wurden, schon alleine weil wir unseren Bikini unter der Kleidung tragen sollten, doch die Realität entsprach dann trotzdem nicht ganz unseren Vorstellungen.
Der Bus ließ uns in einer Straßenbiegung raus, in der eine Hütte stand, wo schon ein Ehepaar aus Bogota wartete. Wir mussten eine Erklärung ausfüllen, dass wir keine Krankheiten, Platzangst, etc. haben, verschlossen unsere Rücksäcke in Schließfächer und nachdem wir noch ungefähr eine Viertelstunde gewartet haben, ob noch mehr Teilnehmer kommen, machten wir uns zu viert mit einem „Guía“ (Guide) auf einen etwa zehnminütigen Marsch zur Höhle auf.
Kurz vor der Höhle bekam jeder einen Helm und eine Stirnlampe, mit denen wir dann über eine Leiter in ein Loch im Boden stiegen.
Wir waren ungefähr eine Stunde unter der Erde und da es eine „cueva“ und keine „caverna“ ist (den Unterschied lernten wir auf einer Tour ein paar Wochen später…), gibt es dort nur einen Eingang und keinen Ausgang, deswegen „gingen“ wir etwa einen Kilometer in die Höhle rein und kamen den gleichen Weg wieder zurück. Allerding „gingen“ wir ziemlich wenig. Wir waren eigentlich fast immer im Wasser, die meiste Zeit bis zur Hüfte. Oft war es so eng, dass wir durch das Wasser kriechen mussten oder uns liegend, mit den Händen am Boden durch das Wasser fortbewegten. Danach verstanden wir auch, warum uns vor der Tour geraten wurde, dunkle Kleidung anzuziehen, worüber wir uns davor noch wunderten…
An einer Stelle war das Wasser so nah an der Decke, dass wir uns für ein kurzes Stück unter Wasser an einem Seil entlanghangeln mussten.
Dass die Anweisungen des Guides aus Spanisch waren und die Stirnlampe nicht besonders hell leuchtete, machte die Situation nicht leichter, doch es war auf jeden Fall eine tolle Erfahrung!

Als wir zurück zur Hütte kamen, konnten wir dort duschen und einen heißen Kaffee zum Aufwärmen trinken, da es am Ende doch ziemlich kalt wurde in der Höhle.Danach setzten wir uns auf eine Bank und warteten auf einen Bus, doch nach ungefähr zehn Minuten kam das Ehepaar aus Bogotá vorbei und nahm uns mit bis nach San Gil.
Ich hatte leider vergessen Flipflops mitzunehmen, deswegen musste ich nach der Dusche wieder in meine nassen kalten Schuhe und weil wir zum Mittagessen nur Obst vom Markt gekauft hatten und dieses im Park gegessen hatten, hatten wir nun abends um 19Uhr ziemlich Hunger, deswegen ging ich mit meinen nassen Schuhen danach auch noch in ein Restaurant zum Essen. Umso mehr konnte ich mich über die warme Dusche im Hostel freuen! ;)


Markthalle von San Gil

Abends gingen wir dann nochmal ins Zentrum, kauften uns was zum Trinken, setzten uns in Park, unterhielten uns und beobachteten die Menschen, denn es war Halloween und im Park wimmelte es nur so von verkleideten Menschen!


Den nächsten Tag verbrachten wir an einem Wasserfall, zu dem wir auch mit dem Bus fuhren und danach noch ungefähr 20min laufen mussten.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 








Wir aßen wieder Obst dort und wanderten dann nochmal ungefähr 20min weiter den Berg rauf, um uns danach in dem Wasserfall abseilen zu können. Auch das war ein tolles Erlebnis, auch wenn ich ziemlich Angst hatte als ich oben war, da es von unten ganz leicht aussah, aber von oben doch ziemlich hoch war. Außerdem war das Seil, an dem wir uns abseilten nur einmal um den Metallhaken gewickelt, der an unserem Gurt befestigt war und beim Abstieg, war es manchmal schon ziemlich wackelig, während das Wasser von oben auf die Oberschenkel prasselte.
Als ich unten ankam war ich glücklich, wenn auch noch etwas wackelig auf den Beinen. Aber es war ein unglaublich einzigartiges Erlebnis, das man wahrscheinlich so schnell nicht nochmal macht!!











 


Am Montag, unserem letzten Tag in San Gil fuhren wir in die 20km entfernte spanische Kolonialstadt Barichara. Der Name kommt vom Guane-Wort barachalá, das „Ort der Erholung“ bedeutet und genau so erschien uns das Städtchen auch. Ein bisschen verschlafen mit seinem lässigen Lebensstil, aber genau richtig nach den zwei Tagen Abenteuer und dem unglaublich vielen Verkehr und Menschen (sehr viele Touristen) in San Gil.
 
 






 

Restaurant, in dem wir zu Mittag aßen
 
Danach ging es im Bus zurück zum Hostel in San Gil, um unser Gepäck zu holen und danach den nächsten Bus nach Bucaramanga zu nehmen. Montagabend um 20Uhr nahmen wir dann den Bus zurück nach Medellín sodass wir Dienstagmorgen gegen 5Uhr in Medellín ankamen, mit Metro und Bus zu mir nach Hause fuhren und uns gegen 7.20Uhr mit meinem Gastvater und meinen Gastbrüdern auf den Weg zur Arbeit machten.

Das war unser erster sehr gelungener Wochenendausflug!!

 

3)      Rio Claro

Auch wenn der Familienausflug doch ein anderes Ziel hatte als den Rio Claro, war ich inzwischen trotzdem dort. Vor zwei Wochen gab es mal wieder eine puente und Leah und ich nutzen diese Gelegenheit, um die Stadt mal wieder zu verlassen.
Die Party, auf der wir die peruanische Austauschstudentin kennengelernt haben, war von mehreren Austauschstudenten und dort lernten wir auch ein paar Mexikaner kennen, die zufällig an dem gleichen Wochenende am Rio Claro waren. Deswegen verbachten wir fast das ganze Wochenende mit ihnen.
Am Samstag mieteten wir uns Schwimmreifen, mit denen wir uns flussabwärts treiben ließen und danach machten wir eine Tour in eine caverna.
 
Zunächst wollten wir eigentlich nicht nochmal in eine Höhle, da wir das ein paar Wochen vorher schon gemacht hatten, aber da die Gruppe von 9 Mexikanern, einem Spanier und einem Deutschen die Tour machte, gingen wir doch mit und es stellte sich raus, dass es ein ganz anderes Erlebnis war. Zunächst musste die ganze Gruppe (ungefähr 20 Personen) den Fluss an einem Seil durchqueren und danach mussten wir ungefähr 1,5h einen Berg überqueren. Die Wanderung war durch die Vegetation und die hohe Luftfeuchtigkeit ungefähr wie eine Dschungeltour. Da nur jeder zweite eine Lampe hatte und ich keine davon war, lief ich die meiste Zeit in Dunkelheit und auch wenn wir meistens nur mit den Füßen im Wasser waren, war eine Höhlentour im Dunkeln auch sehr spannend. Als wir nach ungefähr einer Stunde den Ausgang erreicht hatten, war es draußen schon stockdunkel, obwohl es erst 18.30Uhr war, aber in dem Naturreservat gibt natürlich nur wenig Licht und da es hier schon gegen 18Uhr dunkel wird, mussten wir eben im Dunkeln den eiskalten Fluss durchqueren. Leider gab es dort, anders als in San Gil, kein warmes Wasser beim Duschen und so mussten wir frierend ins Bett.


 

Den nächsten Tag verbrachten wir (für mich zum zweiten Mal) in der „Hacienda Nápoles“. Nachdem wir ungefähr 2h auf die Mexikaner gewartet haben (sie sind ungefähr genauso pünktlich wie die Kolumbianer), fuhren wir in einer chiva (einem traditionellen Bus, meistens mit bunt bemaltem hölzernem Aufbau) los, um die Tiere anzuschauen. Danach gingen wir ebenfalls in die Gedenkausstellung und schlossen unseren Besuch in einem Wasserpark ab.

 

Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus zurück nach Medellín und Dienstag ging die Arbeit im Colegio wieder los.

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