Donnerstag, 4. Februar 2016

Die Feiertage und Ferien sind vorbei – der Alltag ist wieder da!


Endlich komme ich mal wieder dazu einen Blogeintrag zu machen! In ein paar Wochen ist Halbzeit für mich und ich habe das Gefühl, dass die Zeit nur so davon fliegt…
Da ich in den restlichen zwei Wochen unserer Reise meistens kein Internet (und auch kein Handynetz) hatte, konnte ich über den weiteren Verlauf der Reise nicht berichten.
Nachdem wir ein paar Tage in der Hauptstadt Bogotá verbracht hatten, (wir machten unter anderem eine Sightseeing-Fahrradtour, bei der wir in einer Markhalle alle möglichen Früchte probieren durften, die wir nicht kannten)


























fuhren wir weiter in die Wüste Tatacoa, etwa fünf Stunden südlich von Bogotá. Dort blieben wir einen Tag an dem wir eine ziemlich aufregende Reittour mitmachten. Ich saß davor zwar schon ein paar Mal auf einem Pferd, aber so richtig geritten bin ich noch nie, was dem Pferd auf dem ich reiten sollte allerdings nichts ausgemacht hat.
Da ahnte ich noch nicht, was auf mich zukommen würde ...
Die Wüste ist ziemlich hügelig und die Pferde wollten sich leider nicht nur im Schritttempo fortbewegen, sondern sind zwischendurch auch galoppiert. Da es keine Einführung oder etwas in der Art gab, wusste ich leider auch nicht, wie ich das Pferd lenken oder anhalten kann. Zudem es auch nachdem mir Leah ein bisschen was erklärt hat, kaum gehört hat, da es durch die vielen Touristen, die noch nie geritten sind, total abgestumpft war.
Hier kann man, glaube ich, ganz gut sehen, wie die Tour ungefähr verlief! ;)
Die Reittour ging ungefähr 4 Stunden und war ziemlich abenteuerlich, da ich zwischendurch wirklich Angst hatte, dass ich gleich vom Pferd falle! Aber es hat natürlich auch total Spaß gemacht, da wir so auch einiges mehr von der Wüste sehen konnten, als es bei einem Tagesausflug zu Fuß möglich gewesen wäre.
 
 

 
 












Außerdem machten wir zwischendurch Pause an einem Pool, in dem wir uns abkühlen und ausruhen konnten, sodass sich die Tour über den ganzen Tag erstreckte. Abends gingen wir in eine Sternwarte, um den Sternenhimmel anzuschauen und was über die Sternenbild zu hören.
Und am nächsten Tag ging es auch schon weiter… Wir haben in der Wüste lange überlegt, ob wir weiter in den Süden fahren sollen, so wie wir es ursprünglich geplant hatten, doch schlussendlich entschieden wir uns dafür die Richtung komplett zu ändern und an die Küste zu fahren.
In der Wüste lernten wir einen deutschen Backpacker kennen, den wir mit an die Küste nahmen, sodass wir ab diesem Zeitpunkt zu viert unterwegs waren.
Das war vor allem für die Reise sehr praktisch, da niemand alleine im Bus sitzen mussten, wir brachen nämlich Samstagmorgen in der Wüste auf und kamen erst Montagmittag nach einer zweistündigen Bootsfahrt in dem kleinen Dorf Sapzurro an, in dem es keine Autos und kaum Internet gibt und das an der Grenze zu Panama liegt.
Das Dorf liegt direkt an der Küste und dahinter erstreckt sich der Regenwald. Es ist ein wirklich beeindruckendes, traumhaft schönes Ambiente, das wir für fünf Tage Erholung nutzten. Wir machten eine zweistündige Wanderung durch den Regenwald ins nächste Dorf, gingen im Meer schwimmen, entspannten uns und schliefen fünf Nächte in Hängematten (was bequemer war, als die Betten der Hostels davor).


unser Schlafplatz
 







Bei unsere Wanderung nach Capurganá haben wir Affen gesehen!
 
Da es keine Autos gibt,
muss man auf andere Transportmittel zurückgreifen ...













eine tienda (Laden) in Capurganá
den Rückweg nach Sapzurro haben wir im Boot zuruückgelegt


Als ich am 19.12. wieder in Medellín ankam, freute ich mich schon sehr wieder mein eigenes Zimmer mit Bad zu haben und meine Gastfamilie wieder zu sehen, die mich auch schon freudig erwartete.
Nun verging die Zeit bis Weihnachten schnell.
Meine Gastfamilie fuhr am 22.12. zu der Mutter meines Gastvaters in eine andere Stadt, wo sie die Feiertage verbachten und ich verbrachte die Tage vom 23.12.-26.12. mit zwei Schwestern meiner Gastmutter und ihren Familien und noch ein paar anderen Familienangehörigen auf einer Finca in der Nähe von Santa Fe de Antioquia (ungefähr eine Stunde von Medellín entfernt). Da es dort immer heiß ist, hatte ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Weihnachten bei 39°C, weshalb die Weihnachtsstimmung bei mir auch nicht so richtig aufkommen wollte.
Der Vorteil war, dass ich dadurch Deutschland und meine Familie nicht so sehr vermisste, womit ich davor eigentlich gerechnet hatte.
Heiligabend verbrachten wir den ganzen Tag am Pool, wir redeten, entspannten uns, sonnten uns und hörten die ganze Zeit Musik. Abends wurde gegrillt, getrunken, getanzt, gelacht, eben alles was zu einem Fest hier dazu gehört… Die Feiertage auf der Finca bleiben unvergesslich und einzigmalig für mich und ich bin froh, dass ich Weihnachten mal in einem anderen Land mit anderer Kultur miterleben durfte!

 
 

24.12.2015
 
Da man hier auch Silvester mit der Familie feiert, lud meine Gastfamilie die ganzen Geschwister meiner Gastmutter zu uns nach Hause ein, sodass wir in der Nacht ungefähr 50 Gäste hatten. Auch hier ist Silvester ein großes Fest, an dem man trinkt, tanzt, lacht, sich unterhält,…
Es gibt ebenfalls ein Feuerwerk um 0.00 Uhr, doch es hat eine weniger große Bedeutung als in Deutschland, was wahrscheinlich daran liegt, dass es im Dezember fast jeden Abend ein Feuerwerk gibt.
Wenn das neue Jahr beginnt, wird allerdings nicht mit Sekt angestoßen, sondern  alle umarmen sich nur, wünschen sich ein frohes neues Jahr und es gibt viele Küsschen.
Außerdem gibt es hier den Brauch eine Puppe zu basteln oder zu kaufen, die das vergangene Jahr (año viejo) symbolisiert und die um 0.00Uhr angezündet wird. Diese Puppen gibt es in allen Formen, wir hatten eine kleine (etwa 30cm groß), aber es gibt auch welche in der Größe von einem Menschen, die mit Stroh oder Sägemehl gefüllt sind, damit sie besser Brennen. Die Puppen repräsentieren alles Schlechte, was im vergangen Jahr passiert ist.
Die meisten Gäste sind zwischen 4 und 5 Uhr nach Hause gefahren, ein paar haben bei uns übernachtet, aber so gegen 14 Uhr am nächsten Tag waren wieder alle
Besucher da, um nochmal zusammen zu Essen und den ersten Tag des Jahres zusammen zu verbringen.

Zum Essen gab es, wie auch am ersten Weihnachtsfeiertag, Sancocho, ein Eintopf aus Yuka, Kartoffeln, Reis, Kochbananen, Mais und Fleisch, der über einem offenen Feuer zubereitet werden muss. Dazu isst man Avocado und Bananen.

Am 2.2. abends machte ich mich zu meiner nächsten Reise auf. Mein Ziel war die Karibikküste und eigentlich wollte ich dort eine Woche mit Debbie verbringen, doch da sie krank war, war ich die ersten vier Tage alleine unterwegs.
Ich buchte eine Tour nach Cabo de la Vela, einem Kap an der nordwestlichen Küste der Guajira-Halbinsel. Das Meer grenzt hier direkt an eine Wüste, in der es kleine Dörfer gibt, in denen die indigenen Wayúu leben. Dort gibt es nur von einem Generator Strom und kein fließendes Wasser. Das heißt, man spült auf dem Klo mit Meerwasser und geduscht wird mit einem Eimer Wasser und einem Becher, mit dem man das Wasser über sich schütten kann.
Es war eine tolle Erfahrung und ich wusste natürlich, dass man keineswegs so viele Liter Wasser braucht, die wir beim Duschen täglich verbrauchen, doch ich war dennoch überrascht, dass ein halber Eimer Wasser ausreicht, um sich komplett zu duschen und sogar zweimal die Haare zu waschen (das war wegen dem ganzen Sand und Salz, das ich durch den ständigen Wind in den Haaren hatte, nötig).
Leider war auch hier, wie an den meisten Orten Kolumbiens,
Unmengen an Müll vorzufinden ...

In diesen Becken wird das Salz aus dem Meer gewonnen




Die Menschen in der Guajira sind sehr arm und wenn man durch die Wüste fährt,
kommen viele Kinder bettelnd angerannt. Unser Führer hat uns deswegen in dem letzten
bisschen größeren Dorf, durch das wir fuhren, gesagt, dass wir Wasser, Kekse, Lollis, ... für die Kinder kaufen können.
Zunächst dachte ich es sein eine gute Sache, doch als wir weiter durch die Wüste fuhren, hielten wir nicht an für die Kinder,
sondern sind einfach weitergefahren, die anderen Tourteilnehmer haben die "Geschenke" aus dem Fenster des Transporters geworfen und die Kinder kamen angerannt, um sie aufzusammeln. 


Unser Schlafplatz, mit ungefähr 40 Hängematten,
die so eng aneinander hingen, dass man seine Nachbarn auf beiden Seiten spürte.







Eine Karte der Guajira-Halbinsel

Strand von Rioahacha; einer Stadt zwischen Santa Marta und Cabo de la Vela




Flamingos in einem Naturschutzgebiet in der Nähe von Riohacha












Nach den beiden Tagen in der Wüste (die übrigens ganz anders war, als die Wüste in der ich im Dezember war), machte ich mich auf den Weg in die Stadt Cartagena, in der ich mich mit Debbie traf.
Cartagena ist laut meinem Reiseführer die schönste Stadt der Karibikküste, mir erschien die Stadt sehr schön, aber da ich kaum andere Städte an der Küste kenne, kann ich es natürlich nicht beurteilen. Die aus der Kolonialzeit erhaltene Altstadt liegt innerhalb der 13km langen Stadtmauer und ist eine Unesco-Welterbestätte.
Die Straßen der Altstadt sehen alle ungefähr so aus.
 Es ist eine Touristenstadt, in der man neben den Ausländern auch eine Menge einheimischer Touristen antrifft.

Cartagena von oben (außerhalb der Stadtmauer)


In dieser chiva haben wir eine Stadtrundfahrt gemacht



Nach Einbruch der Dunkelheit sind die Straßen voll von Straßenhändlern






























Wir schauten uns die Stadt an, besuchten zwei Inseln und dann ging es am Samstag auch schon wieder nach Hause nach Medellín für mich.

aus dem Flugzeug, kurz vor dem Landeanflug in Medellín
 
In der ersten Arbeitswoche, in der die Kinder noch nicht in die Schule/ den Kindergarten kamen, mussten wir die Möbel und Spielsachen in die Räume einräumen, da in den Ferien das ganze Gebäude der Vorschule und des Kindergartens renoviert und das Dach erneuert wurde.

Am Wochenende bevor die Kinder wieder in die Schule mussten, ist Leah zurück nach Deutschland geflogen, weil es ihr hier nicht so gut gefallen hat und sie sich bisher nicht richtig einleben konnte hier, deswegen hat sie sich entschieden, dass sie lieber nach Hause fliegen möchte.

Seitdem bin ich also alleine bei der Arbeit und es ist ungefähr so, wie es uns am Ende des letzten Jahres beschrieben wurde, denn in meiner Gruppe sind es nun 7 neue Kinder, die alle entweder grade 2 Jahre alt geworden sind oder es in den nächsten Monaten werden und deswegen ziemlich viel weinen und natürlich viel mehr Hilfe brauchen, als die größeren Kinder vom letzten Jahr, die inzwischen in der Vorschule sind.
Meistens komme ich ziemlich müde zu Hause an und deswegen musstet ihr auch so lange auf meinen Blogeintrag warten. Meinem größeren Gastbruder gebe ich immer noch Englischunterricht, während der kleinere inzwischen zu Deutsch gewechselt hat.
Ergebnis der zweiten Deutschstunde

Da es so viele Erlebnisse waren und der Eintrag sowieso schon so lang geworden ist, habe ich Manches nur erwähnt. Wenn ihr zu irgendwas mehr wissen wollt, könnt ihr natürlich gerne nachfragen!

Bis bald

Eure Cosi

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