Freitag, 9. Oktober 2015

Ferien im Colegio...

… aber leider nicht für die Lehrer!

Während die Schüler und Kindergartenkinder das erste Mal Ferien haben, seit ich hier angekommen bin, müssen die Profes leider trotzdem ins Colegio. Sie hatten Montag, Dienstag und Mittwoch jeweils den ganzen Tag Lehrerversammlungen und ich hatte vormittags verschiedene Aufgaben und nachmittags frei (so hatten die Ferien auch für mich was Gutes;)).
Am Montag durfte ich erstmal alle Gummistiefel der Kinder putzen und die Spielsachen aus dem Sandkasten waschen. Da ich dafür aber den ganzen Vormittag (von 7.30-12.30Uhr) Zeit hatte, konnte ich die Sache gemütlich angehen lassen, habe mir alles in der Sonne vorbereitet und zwischendurch sogar noch ein Eis gegessen, das ich im Kiosk des Colegios gekauft hatte.



 
 
 
 
 
Am Nachmittag fuhr ich mit meiner Gastfamilie zu einem Malkurs, an dem meine Gastbrüder, ihr Cousin und ich teilnahmen. Es hat sehr Spaß gemacht, auch wenn ich nicht fertig geworden bin und es auch in den letzten Tagen noch nicht geschafft habe, weiter daran zu arbeiten.

Dieses schöne Schmuckkästchen habe ich letzten Montag im Malkurs bemalt!
 
Da nun alles blitzblank war, bekam ich am Dienstag die Aufgabe, 100 Weihnachtsbäume aus Stoff für die Preescolargruppen auszuschneiden. Dabei kam ich, man glaubt es kaum bei ungefähr 25°C, sogar schon ein bisschen in Weihnachtsstimmung!
 
 

 
 
Allerdings habe ich nur 80  Stück an diesem Vormittag geschafft und schnitt deswegen am Mittwoch Morgen die restlichen 20 Bäume aus, bevor ich die frisch gewaschenen Vorhänge aufhängen, den Puppen ihre Kleider wieder anziehen und die Kissen in ihre Bezüge stecken und diese zunähen sollte. Wir haben drei Kissen in unserem Salón und jedes Mal, wenn die Bezüge davon gewaschen werden, dann trennen wir eine Naht auf, um das Kissen rauszuholen und nähen es nach dem Waschen wieder zu. Ich habe jetzt schon zweimal vorgeschlagen Knöpfe anzunähen, aber davon waren meine beiden Kolleginnen nicht so begeistert – vielleicht kann ich es irgendwann doch noch durchsetzen…
Da ich dafür keine 5 Stunden brauchte, bügelte ich die Vorhänge zunächst und putzte noch unsere Regale und räumte sie auf.

Nach diesen drei zwar entspannten, aber nicht sehr interessanten Tagen, freute ich mich umso mehr auf den Ausflug in das Dorf El Carmen außerhalb von Medellín heute, am Donnerstag. Der Bus mit den ganzen Lehrern des Colegios fuhr schon um kurz nach 7 Uhr los und ich fühlte mich ein bisschen wie auf einer Klassenfahrt.
Nach etwa 2 Stunden kamen wir endlich in El Carmen an und wurden super freundlich in der Waldorfschule dort von den Lehrern empfangen. Nach einer kurzen Begrüßung und einem kleinen Spielchen im gemeinsamen Kreis, gab es Frühstück und danach trafen sich die jeweiligen Fachlehrer, sowie die Kindergärtnerinnen in kleinen Gruppen, um sich auszutauschen und von den Erfahrungen der anderen profitieren zu können.
In dieser Zeit durfte ich mir mit der deutschen Freiwilligen, die an dieser Schule ihren Freiwilligendienst absolviert, das Dorf anschauen. Wir gingen zunächst die Hauptstraße entlang und schnell erkannte ich, was meine Gastmutter meinte, als sie mir erzählte, dass dieses Dorf für ihre Malerei auf Keramik bekannt sei; alle Häuser waren an ihrer Fassade mit buntem Keramik oder Mosaik verziert.
Hauptstraße des Dorfes El Carmen
Hausfassade auf der Hauptstraße
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Danach gingen wir in den „parque“, der erst vor kurzer Zeit neu gemacht wurde und schauten uns die Kirche dort an. Nachdem sie mir auch noch das Haus, in dem sie dieses Jahr wohnt gezeigt und mir ihre Gastmutter vorgestellt hat, gingen wir langsam zurück zum Colegio.

Parque von El Carmen



Kirche im Parque


im Inneren der Kirche



die Straße vor dem Haus der Freiwilligen (es gibt wirklich viele Kutschen in El Carmen)


Nach dem gemeinsamen Mittagessen (war sehr lecker, doch zum Nachtisch gab es eine Schüssel Milch mit aufgeweichtem Mais drinnen, was mir leider überhaupt nicht geschmeckt hat) wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt und verbrachten immer etwa eine halbe Stunde an einer von drei Stationen, bevor wir zur nächsten wechselten. An meiner ersten Station backten wir Kekse in einem Steinofen.

Der Teig wurde nicht in einer Schüssel,
sondern auf einem Tablett geknetet ...
manches wird hier eben einfach anders gehandhabt! ;)




Steinofen; hier kamen die Kekse
schließlich zum Backen rein









An der zweiten bemalten wir kleine Schüsselchen und an der letzten formten wir Gefäße aus Ton.

beim tonen
Gegen 15.30Uhr machten wir uns schließlich wieder auf den Heimweg und kamen gegen 17.30Uhr mit ungefähr 5 Lehrern im Bus im Colegio an, da wir auf der Heimfahrt in jedem Stadtteil hielten, damit die Lehrer nicht zum Colegio und wieder zurück fahren mussten.
Es war ein sehr schöner und interessanter Tag, es wurde sich wirklich viel Mühe gegeben, damit wir eine schöne Zeit dort haben und ich bin froh, dass ich mitfahren und den Tag miterleben durfte.


Morgen haben wir alle frei und deswegen breche ich schon um 5 Uhr morgens mit meiner Gastfamilie auf, um zum „Rio Claro“ zu fahren, wo wir das ganze Wochenende verbringen werden. Aber mehr dazu gibt es, wenn ich wieder zurück bin… ;)

Liebe Grüße

Eure Cosi

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